Patientenverfügung

Was ist eine Patientenverfügung und wozu braucht man eine solche? Muss ich mich mit dieser Frage überhaupt auseinandersetzen und wann? Die Glarner Hausärzte und Pfarrer fanden die unten stehende Antwort.

 

Um was geht es bei der Patientenverfügung

Die Lebenszeit auf dieser Welt ist für jeden Menschen begrenzt. Zum Leben gehört der Tod. Dank der modernen Medizin erreichen viele Menschen ein hohes Lebensalter. Das Sterben ist heutzutage - anders als früher - häufig ein Vorgang, der sich über Monate und Jahre hinzieht. Durch medizinische Massnahmen lässt sich die Todesgrenze hinausschieben.
Es stellt sich die Frage: Wann sind welche lebensverlängernden Massnahmen sinnvoll? Sie stellt sich darum, weil viele Menschen den Wunsch haben, dem Tod nicht entgegenzustehen, wenn dessen Stunde gekommen ist. Sie möchten ihn annehmen und fürchten sich vor lebensverlängern den Massnahmen.
Allgemeingültige Antworten gibt es nicht. Kranke, Angehörige, Ärztinnen und Ärzte müssen in jedem Fall neu nach einer sinnvollen Antwort suchen. Was aber, wenn eine Patientin oder ein Patient im entscheidenden Augenblick nicht mehr für sich selbst sprechen kann?

Für diese Situation ist die " Patientenverfügung" geschaffen worden. Sie ist eine Möglichkeit, rechtzeitig den eigenen Willen im Hinblick auf das eigene Sterben auszudrücken. Für Angehörige, Ärztinnen und Ärzte sowie das Pflegepersonal kann es eine grosse Erleichterung sein, wenn sie wissen, wie weit die modernen Möglichkeiten zur Lebenserhaltung ausgeschöpft werden sollen. Auch wer nicht von allen medizinischen Möglichkeiten Gebrauch machen will, hat Anrecht auf persönliche Zuwendung und Begleitung im Sterben. Aufgabe der Medizin ist es in diesem Fall, das Leiden zu lindern und ein würdiges Sterben zu ermöglichen.

 

Einige Hinweise

Wer eine Patientenverfügung errichten möchte, hat zwei verschiedene Möglichkeiten:

  • Die persönlich formulierte Patientenverfügung
  • Ein vorgedrucktes Formular, das nur noch ausgefüllt werden muss      

Es ist wichtig, seinen nächsten Angehörigen zu sagen, dass man eine Patientenverfügung besitzt - und wo diese aufbewahrt ist. Sie muss jederzeit und für alle gut zu finden sein.
D
ie Patientenverfügung kann auch einem vertrauten Menschen, der Hausärztin oder dem Hausarz tübergeben werden. Bei einem Eintritt ins Spital ist die Verfügung mitzunehmen und bei der ersten Untersuchung abzugeben.

Niemand ist verpflichtet, eine Patientenverfügung zu erstellen. Es ist weiterhin möglich, darauf zu vertrauen, dass Angehörige und Ärzte in kritischen Situationen von sich aus im Interesse der Patientin oder des Patienten entscheiden werden.

Eine Patientenverfügung tritt erst in Kraft, wenn die betreffende PersonnichtmehrinderLage ist, für sich selbst Ent scheidungen zu treffen. Vorher gilt in jedem Fall der direkte und persönlich geäusserte Wille. Eine Patientenverfügung kann jederzeit widerrufen und durch eine neue ersetzt werden.

Es kann auch sehr wichtig sein, mit Angehörigen über die eigene Patientenverfügung zu sprechen. Es empfiehlt sich, jemanden zu bezeichnen, der im Ernstfall die Anliegen, die in der Patientenverfügung festgehalten sind, mit Nachdruck vertreten kann. Es ist möglich, gleichzeitig mit der Errichtung einer Patientenverfügung Wünsche im Hinblick auf die Sterbebegleitung nieder zu schreiben.

Für jüngere Menschen besteht zusätzlich die Möglichkeit der Organspende. Wer mehr darüber wissen möchte, wende sich direkt an eine Ärztin oder einen Arzt.

Beispiel einer Patientenverfügung zum herunterladen:

 

 


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